NELLIE BLY - ein Tanztheaterstück

Inszenierung und Choreographie Kim Mira Meyer

Dramaturgie Nikolaus Frei

Musikauswahl Victor Ardelean

Bühne und Kostüm Gretl Kautzsch

Schauspiel Ulrike Dostal

Tanz Sophie Gisbertz, Johannes Thumser

Nellie Bly: "Around the World in 72 Days. Die schnellste Frau des 19. Jahrhunderts". Deutsche Erstausgabe, übersetzt von Josefine Haubold, herausgegeben und mit einem Nachwort von Martin Wagner. Berlin: AvivA Verlag, 2013

Das Tanztheaterstück erzählt von der Weltreisenden Nellie Bly, die als „schnellste Frau des 19. Jahrhunderts“ in die Geschichte einging. Inspiriert von Jules Vernes Roman In 80 Tagen um die Welt trat sie (wie dessen Held Phileas Fogg) Ende 1889 an, um von New York aus in neuer Rekordzeit die Erde zu umrunden. Viele trauten ihr diesen Erfolg nicht zu, nicht zuletzt deswegen, weil sie eine Frau war. Am Ende schaffte Nelly Bly es in 72 Tagen – und wurde auf ihrer Rückkehr von ihren Landsleuten stürmisch umjubelt.

 

Eine der ersten Pop-Stars der aufstrebenden USA also, die bis heute als Pionierin der Emanzipationsbewegung gilt. Ziel der Inszenierung ist es aber vor allem, das Innenleben dieser selbstbewussten Frau tänzerisch sichtbar werden zu lassen – zerrissen zwischen Unsicherheit und Entschlossenheit, zwischen Sehnsucht nach Geborgenheit auf der einen und Freiheitsdrang auf der anderen Seite.

 

Nellie Bly reiste 1889 um die Welt. Im Jahr 1895, im Alter von 31 Jahren, heiratete sie den 70-jährigen Millionär Robert Seaman. Als er 1904 starb, gab Bly das Schreiben auf und übernahm die Firma Ihres Mannes. Die Idee der Inszenierung geht von diesem Zeitpunkt aus: Nellie Bly sieht sich in der Verantwortung, ein Unternehmen zu führen und muss sich erneut (wie zuvor auf Ihrer Reise) nicht nur den zweifelnden Männern ihrer Zeit gegenüber stellen, sondern auch den eigenen Selbstzweifeln. Sie flieht auf den Dachboden ihres Hauses, zündet sich eine Zigarette an und findet rein zufällig die längst vergessene Mitbringsel ihrer Reise. 

 

Aus Melancholie beginnt sie zu erzählen und erweckt die Reise erneut zum Leben. Unterstützt werden Ihre Erinnerungen durch eine Tänzerin, die die Bedeutung zwischen den Zeilen vertanzt.  Nellie Blys Gefühle erlebt der Zuschauer durch die Choreographien. So erzählt Bly zum Beispiel, wie sie auf Ihrer Reise auf den Autor des Werkes In 80 Tagen um die Welt Jules Verne traf. Der Franzose empfing sie zwar herzlich, doch er glaubte nicht an den Erfolg ihrer Reise. 

 

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