NAMIBIA und DEUTSCHLAND

Wir laden den Komponisten und Musiker Eslon Hindundu aus Windhoek, Namibia von Februar bis August 2021 nach Pasing/ Obermenzing ein, um mit ihm gemeinsam eine Oper zu konzipieren und für eine Uraufführung fertigzustellen. Parallel zu der konzeptionellen Arbeit, wollen wir mit dem Stadtteil und seinen Menschen den Dialog eröffnen.

Als Teil der Aufarbeitung wollen wir nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell und räumlich die Thematik und Idee des Projekts aufgreifen und erlebbar machen.

 

Vom 15. Juni bis zum 1. August 2021 würden wir gerne an verschiedenen Orten in Pasing Installationen errichten, die sich mit Themen wie Kolonialzeit, Apartheit, aber auch Märchen und Mythen aus Namibia auseinandersetzten. Letzten Endes können dann die verschiedenen Orte (z.B. Innenhof der Blutenburg, botanischer Garten, Pasinger Fabrik, ...) durch eine Art Spurensuche miteinander verbunden werden: So können Familien und Besucher im Sommer einen Spaziergang machen und dabei die entstandenen Kunstwerke "erleben".

Über das Projekt

Corona zeigt uns, dass Kultur aktuell andere Wege finden muss, um Menschen zusammen zu bringen. Dennoch möchten wir auf eine internationale Zusammenarbeit und die dadurch entstehenden Chancen für unseren Verein und
letzten Endes das Publikum nicht verzichten. Wir empfinden es als Chance und Herausforderung, in Zusammenarbeit mit einem
namibischen Komponisten die deutsche Verantwortung für die historischen Ereignisse während der Kolonialzeit in Erinnerung zu bringen.

 

Die gemeinsam mit Eslon Hindundu ins Leben gerufene Idee für eine Oper, für die er in Namibia bereits das Namibian National Symphony Orchestra, den National Arts Council of Namibia und das National Theatre of Namibia als Partner gewinnen konnte, bietet uns als Partner von deutscher Seite die unschätzbare Möglichkeit, an der Erinnerungskultur zwischen beiden Ländern zu arbeiten. Das Projekt gliedert sich in zwei parallel laufende Phasen: Das Entwickeln und Umsetzen der ersten National Oper Namibias und das Eröffnen eines öffentlichen Diskurs zum Thema Kolonialgeschichte.

Deutschland und Namibia verbindet eine lange und problematische Geschichte. Bis 1919 war Deutsch-Südwest-Afrika eine der Kolonien, die das Deutsche Reich im Wettlauf mit den anderen europäischen Großmächten um die Welt besetzt und unterworfen hatte. Bis heute sind die Spuren dieser Kolonialherrschaft in Namibia präsent und die großen Verbrechen, allen voran der Völkermord im Anschluss an den Herero-Aufstand 1907, im Land spürbar. Es ist uns ein großes Anliegen, die Wunden, die die Deutschen der namibischen Bevölkerung zugefügt haben, mit einem kulturellen Projekt zu thematisieren und ins Bewusstsein zu rufen. So planen wir 5 Installationen im öffentlichen Raum, die sich mit den Themen Kultur, Kolonialgeschichte und Identität befassen. Im April soll ein erster Workshop für Kinder in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendwerkstatt der Pasinger Fabrik stattfinden.


Im Mai und Juni folgen weitere Workshops, bei denen die Künstlerinnen Felicia Riegel und Gretl Knutsch im Kollektiv die entworfenen Installationen mit Betrieben in Pasing fertigstellen und am 15. Juni 2021 im Stadtteil verteilen. Parallel zu der Entwicklung der Installation soll es online Podiumsdiskussionen zu den verschiedenen Themen der Installationen geben.
 

Außerdem läuft bereits seit Februar 2021 ein Malwettbewerb für Kinder über ein namibisches Märchen, damit auch die jüngere Generation sich mit der Kultur Namibias vertraut machen kann. Je nach Entwicklung der pandemischen Lage werden die
Installationen im Sommer mit verschiedenen Performance-Reihen bespielt, um den direkten Dialog mit dem Stadtteil zu eröffnen.

Wüste Natur
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