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Chief Hijangua

Die erste Oper Namibias

Komposition Eslon Hindundu - Libretto Nikolaus Frei

weitere Infos auf der Projekteigenen Seite: www.opera-namibia.com

Künstler*innen aus Namibia und Deutschland wollen die gemeinsame Geschichte aufarbeiten und so eine neue, offene und positive Haltung zueinander gewinnen. 


Seit dem Kennenlernen 2019 bauen Eslon Hindundu und Kim Mira Meyer eine Kooperation zwischen Windhoek / Namibia und München / Deutschland auf, um den künstlerischen Austausch für Musik, Tanz und Schauspiel zu ermöglichen. Unter dem Dach „Opera Namibia“ entstanden und entstehen verschiedene Projekte.


Eslon Hindundu aus Namibia komponiert hierfür die erste Oper seines Landes. „Chief Hijangua“ wird im September 2022 im National Theatre of Namibia Weltpremiere feiern. Im Oktober soll dann die Deutschlandpremiere in München stattfinden.  


Die Story der Oper beruht auf einer seit Generationen mündlich überlieferten namibischen Erzählung. Es geht um einen namibischen Prinzen auf der Suche nach sich selbst. 

Gesungen in Deutsch und Otjiherero und Hautfarben unabhängig besetzt, werden Künstler:innen aus Namibia, Südafrika und Deutschland die Geschichte eines Mannes erzählen, der durch die Manipulation von kolonialistischen Kräften seine eigene und die Lebensgrundlage seines Volkes zerstört. Eine Analogie zu den in das Heute hineinwirkenden Verwerfungen durch den Kolonialismus.


Im künstlerischen Konzept wird auf die 4 Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft als verständliche Symbolik über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg zurückgegriffen.   


Die deutschen Rollen „Pastor Trautmann“, „Major Lobenstein“ und die Pastorentochter „Maria“ sowie die namibischen Rollen des „Chief“ und seiner Familie werden entgegen der voraussichtlichen Erwartungshaltung mit Künstler:innen unterschiedlicher Hautfarben gesungen. Gleiches gilt für den Opernchor.


An die 100 Beteiligte aus beiden Ländern arbeiten gemeinsam an der Umsetzung der Aufführung. Vox Vitae Musica unter Leitung von Eslon Hindundu ist Organisator in Namibia, die Münchner Momentbühne unter der Leitung von Kim Mira Meyer ist Produktionspartner aus Deutschland. 

 
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Eslon Hindundu über das Projekt

Eslon Hindundu: „Die erste namibische Oper zu schreiben, ist für mich als Komponist eine große Ehre. Diese Oper hat das Potential einen positiven Einfluss auf die gegenwärtige namibische Musikszene zu nehmen.“  
„Mit diesem Projekt soll die Liebe zur Musik in der namibischen Gemeinschaft neu entfacht werden, um die Geschichte Namibias für heutige und zukünftige Generationen zu bewahren und zu reflektieren. Die Musik soll aufklären, unterhalten, Chancen und Möglichkeiten in der Musikbranche aufzeigen und Grenzen durchbrechen.“

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Herausforderungen der Zusammenarbeit

Kim Mira Meyer: „Vor allem in der Anfangsphase der Planungen standen wir oft dem Vorwurf bzw. Vorurteil gegenüber, dass die Deutschen nun nach Namibia gehen, um dort zu zeigen, wie man Oper „richtig“ macht. Wir haben dieses Thema von Anfang an im Team offen besprochen und treten diesem Vorurteil entgegen, indem wir Positionen, egal ob künstlerisch oder organisatorisch, in beiden Ländern besetzen. Außerdem ist die Grundidee nicht eine europäische oder gar deutsche Oper in Afrika aufzuführen, sondern gemeinsam eine ganz neue Form von Oper zu entwickeln. Das wir dabei immer wieder auf Vorurteile und auch Ängste stoßen, sehen wir als Teil dieses Prozesses und die große Herausforderung unseres Projektes. Durch die flachen Hierarchien haben wir es bisher immer geschafft, dass kritische Themen offen angesprochen und diskutiert werden konnten.“

 
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Die Handlung der Oper

Der Stoff der Oper basiert auf einer mündlich überlieferten Geschichte, die in Namibia von Generation zu Generation weitergegeben wird und deren Ursprung im kollektiven Gedächtnis der Menschen zu suchen ist. Die Handlung spielt zugleich in archaisch-mythischer wie irgendwann in historischer Zeit des 18. oder 19. Jahrhunderts. Sie ist verortet sowohl in der realen Landschaft Südwestafrikas als auch auf universeller Ebene. Es ist die tragische Geschichte eines jungen namibischen Prinzen auf der Suche nach sich selbst.